multiboot grub2

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multiboot grub2

Jens Wefer
hey,
hab dann dochmal die doku zu grub2 und gpt gelesen.

eine frage hab ich noch:
gibt es einen grund uefi/gpt zu benutzen anstatt bios/mbr,
solang die platten keiner 2 TB sind?

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Re: multiboot grub2

Randy Andy
Hi Jens,

es gibt zwar keinen zwingenden Grund, dennoch ein paar gute Gründe die für die Verwendung von GPT sprechen (aber nicht für die Verwendung von UEFI ;-),
als da wären:

- Verwendung von min. 128 primären Partitionen möglich.
- Partitions-Schema weniger fragil durch Verwendung eines protective MBR und eines  gespiegelten (sekundärer) GPT Headers am Ende der Platte.
- Ansprechen der einzelnen Partitionen zum Booten auch ohne Initrd/ Initramfs aus der aufrufenden Kernel-Command-Line per PARTUUID= Anweisung persistent möglich.
- die 2TB Grenze hattest Du bereits genannt
- und vielleicht fallen Anderen noch weitere Argumente dazu ein, auf die ich gerade nicht gekommen bin...

Gruß, Andy.






Am 25. November 2015 um 03:39 schrieb jens wefer <[hidden email]>:
hey,
hab dann dochmal die doku zu grub2 und gpt gelesen.

eine frage hab ich noch:
gibt es einen grund uefi/gpt zu benutzen anstatt bios/mbr,
solang die platten keiner 2 TB sind?


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Re: multiboot grub2

Martin Vaeth-2
Randy Andy <[hidden email]> schrieb:
> - Ansprechen der einzelnen Partitionen zum Booten auch ohne Initrd/
> Initramfs aus der aufrufenden Kernel-Command-Line per PARTUUID=

Das ist inzwischen auch mit DOS-Partitionstabelle möglich

> - die 2TB Grenze hattest Du bereits genannt

Ich betreibe eine 3TB-Platte mit DOS-Partitionstabelle:
Am Anfang stehen kleine Partitionen, und eine (fast) 2TB-Partition
beginnt bei etwas mehr als 1TB: kein Tool hatte mich beim Partitionieren
oder später gewarnt, und bisher habe ich in der Tat auch keine negativen
Auswirkungen festgestellt.



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Re: multiboot grub2

Randy Andy
Hi Martin,

Am Freitag, 27. November 2015, 09:19:49 schrieb Martin Vaeth:
> Randy Andy <[hidden email]> schrieb:
> > - Ansprechen der einzelnen Partitionen zum Booten auch ohne Initrd/
> > Initramfs aus der aufrufenden Kernel-Command-Line per PARTUUID=
>
> Das ist inzwischen auch mit DOS-Partitionstabelle möglich
Damit hast Du allerdings recht, womit das von mir angeführte Argument mittlerweile hinfällig geworden ist.

>
> > - die 2TB Grenze hattest Du bereits genannt
>
> Ich betreibe eine 3TB-Platte mit DOS-Partitionstabelle:
> Am Anfang stehen kleine Partitionen, und eine (fast) 2TB-Partition
> beginnt bei etwas mehr als 1TB: kein Tool hatte mich beim Partitionieren
> oder später gewarnt, und bisher habe ich in der Tat auch keine negativen
> Auswirkungen festgestellt.
>
Egal, die Aussage stimmt trotzdem, war halt nur recht allgemein formuliert. ;-)
Hier geht es nicht um Festplatten-Kapazitäten sondern um durchgängige Partitionsgrößen.

In deinem Fall liegt es einfach daran, dass entweder keine Partition größer als 2 TiB ist, oder Du statt 512-byte Sektoren 4096-byte Sektoren verwendest.

Bei 4096-byte großen Sektoren erhöht sich die Grenze sogar auf 16 TiB, trotz Verwendung von MBR, nur kann eben nicht jedes OS damit umgehen, unter Linux ist das aber kein Problem.

Fehlinterpretiert werden könnten Festplatten mit sogenannter Advanced Format Firmware, die verwenden intern 4096-byte Sektoren, stellen diese aber nach aussen hin als 512-byte Sektoren dar. Das sind dann die, die ausgerichtet werden müssen da sie sonst Performance-Einbußen erleiden.

Hier könnten demnach Leute steifes Bein behaupten, dass sie sehr wohl trotz MBR in der Lage sind, Partitionen größer 2 TiB anzusprechen.


Anbei noch ein paar Referenzen, um die Verwirrung komplett zu machen:

http://www.rodsbooks.com/gdisk/workarounds.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Festplattenlaufwerk#Advanced_Format
https://de.wikipedia.org/wiki/Logical_Block_Addressing


Gruß, Andy.


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Re: multiboot grub2

Matthias Hanft
Randy Andy schrieb:
>
> Bei 4096-byte großen Sektoren erhöht sich die Grenze sogar auf 16 TiB, trotz Verwendung von MBR, nur kann eben nicht jedes OS damit umgehen, unter Linux ist das aber kein Problem.

So pauschal kann man das auch nicht sagen. Ich baue gerade ein neues
Gentoo-System mit einem RAID 6 von 17 TB auf (mit - abgesehen von boot,
swap etc. - einem einzigen Filesystem auf einer einzigen Partition)
und habe darauf XFS installiert. Darauf konnte ich die Toolchain (gcc,
glibc, sandbox...) erst mal aufgrund seltsamer Fehlermeldungen nicht
compilieren. Des Rätsels Lösung war (nach einem halben Tag googeln),
dass XFS bei großen Platten anscheinend 64bit-Inodes verwendet und
irgendwelche Felder dafür nur 32bit groß sind. Ich konnte dann
weiterarbeiten, indem ich Portage auf einer kleineren Ramdisk
arbeiten ließ, mit "mount -t tmpfs none /var/tmp/portage".

Nach "emerge -e @system" und "emerge -e @world" und einem neu compi-
lierten Kernel klappt emerge von weiteren Paketen (postfix, apache2
etc.) jetzt allerdings auch ohne Umweg über die Ramdisk. Entweder
hab ich mir also ein System zusammencompiliert, das auch mit 64bit-
Inodes zurechtkommt, oder das Problem besteht nur bei einzelnen/
wenigen speziellen System-Packages (wie eben gcc o.ä.).

Bin ja mal gespannt, ob und welche "Monsterplatten-Überraschungen"
mir da vielleicht in Zukunft noch begegnen werden...

Gruß Matthias.